f/stop Film

Geschichtsschreibung, subjektiv-objektiv: Film, Sprache, Schrift

Kurzfilmprogramm moderiert von Max Linz

Im Dickicht der Geschichte oszilliert Film zwischen automatischem Aufschreibesystem und subjektiver caméra-stylo. Ein thematisches Programm umfasst kurze Filmarbeiten vom Ende der Stummfilmzeit bis zum spekulativen Verschwinden des Zelluloids und geht der Frage nach, wie Filmemacher_innen mit der Kamera Zeugnis von ihrer Gegenwart geben, diese beschreiben oder in sie einzugreifen suchen. Dabei wird deutlich, wie sehr der Charakter dieser Kommunikation, die Haltung der Autoren zur Welt und zum Publikum, durch ein je spezifisches Verhältnis von Text und Filmbild mitbestimmt wird, mit ungeschnittenen Mustern oder vermittels nervöser Schnittfolgen, durch Schrift im Bild, per Voice-Over, oder den Stimmen im O-Ton. Alle Filme werden im Originalformat vorgeführt.

Romuald Karmakar: Das Lesen der Namen (HD, BRD 2014)

Während Jom haScho’a, dem Gedenktag für die Opfer der Shoa und für den jüdischen Widerstandskampf, werden am 28.4.2014 vor dem Haus der Jüdischen Gemeinde zu Berlin in alphabetischer Reihenfolge die Namen der 56.000 ermordeten jüdischen Einwohner_innen Berlins verlesen. Romuald Karmakars Ansicht hält einen Augenblick des Vorgangs fest.