EINE FREUNDSCHAFT IN DEUTSCHLAND

A FRIENDSHIP IN GERMANY

Deutschland 1985, 70 Min.


Cast: Romuald Karmakar (Adolf Hitler), Anatol Nitschke (Freund), Werner Wohlrab (Alter Mann), Regina Huber (Frau von der Straße), Joachim Hoh (Heinrich Hoffmann), Marina Bierlein (Frau Hoffmann), Gunther Weckherlin (Ernst Hanfstaengl), Manuela Hartmann (Helena Hanfstaengl), Andrea Hagen (Erna Hanfstaengl), Wolfgang Flatz (Dietrich Eckart)


Regie, Drehbuch, Schnitt, Produzent: Romuald Karmakar
Kamera: Romuald Karmakar, Florian Süssmayr, Doris Kuhn, Anatol Nitschke, Olaf Schönwolf, Reinhard Eggersdorfer (s/w)
Ton: K. G. Berger, Romuald Karmakar
Musik: Lorenz Lorenz, Florian Süssmayr, Richard Wagner
Bild/Ton: S-8 (16mm blow-up), 1:1,33, Mono

WP: Werkstattkino München, 01.03.1985

1985 wurden Ausschnitte des Films im Vorprogramm der Oper "Die Überglücklichen" von Andreas Dorau im Gasteig, München, gezeigt, siehe: APOKRYPHA/1985.

Im Verleih der Pantera Film GmbH


SYNOPSIS

Ein alter Mann erzählt 1985 an den Münchener Originalschauplätzen der 20er Jahre Geschichten, die er mit seinem besten Freund, dem Schriftsteller Adolf Hitler, erlebt hat. Die im Play-Off kommentierten statischen Farbbildsequenzen wechseln mit privaten Filmaufnahmen von damals. Eintopfessen bei dem Kunstverleger Hanfstaengl, Ausflug in das Berchtesgadener Land, die Hafenstadt Hamburg, das Oktoberfest, heimliches Baden, Fasching im Deutschen Theater ... Seine kleine 8mm-Kamera war immer dabei.

– Flyer/Poster 1985


In diesem Film ist alles Dokumentarische real und alles Fiktive nicht unbedingt falsch
— Titeltafel zu Beginn des Films

ZUM FILM – I

Am Beginn von Karmakars auf Super-8 gedrehtem Werk Eine Freundschaft in Deutschland steht ein einfacher Satz, der sich auf das gesamte Schaffen des Regisseurs anwenden läßt: „In diesem Film ist alles Dokumentarische real und alles Fiktive nicht unbedingt falsch.“

– Alexander Horwath, BANG BANG – Begegnungen mit Romuald Karmakar und seinen Filmen, Senses of Cinema, Juli 2002


ZUM FILM – II

Es war mitten im Fasching, zu jener fernen Zeit, als der Underground noch Boheme hieß und die feschen jungen Leute auf Bälle statt auf Partys gingen, da erfand ein Münchner Gammler eher zufällig den deutschen Gruß.

Der Bursche hatte kein festes Einkommen, aber eine schnittige Frisur, seine Freunde durften ihn Adi nennen, und den Fasching konnte er eigentlich nicht ausstehen. Doch für die schöne Geli, die seine Nichte und Geliebte war, ging er dann trotzdem mit; er verkleidete sich als Trambahnschaffner, und die Uniform stand ihm, wie er fand, sehr gut - nur zwängte sie ihn so sehr ein, daß der Adi, während die anderen tanzten und tobten, bloß eine verkrampfte Armbewegung machen konnte, um seine Ausgelassenheit zu demonstrieren: Hi, Hitler!

So stellte sich, 60 Jahre später, der Regisseur Romuald Karmakar die Anfänge des Führers vor - und weil auch der Filmemacher aus dem Münchner Underground kam, weil in seinem Debütfilm nichts von der Politik zu sehen war, aber viel von den sexuellen und anderen Vergnügungen Adolf Hitlers; und weil schließlich Karmakar die Hauptrolle selber spielte, geriet er schnell in den Verdacht, daß ihn _(* Im Film "Warheads". ) mit dieser Rolle eine enge Geistesverwandtschaft verbinde (obwohl die Verwandtschaft mit Charlie Chaplins Satire "Der große Diktator" näherlag).

– Claudius Seidl, Süchtig nach dem Krieg, Der Spiegel, 17/1993




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