BETWEEN THE DEVIL AND THE WIDE BLUE SEA

Deutschland 2005, 90 Min


Cast: Alter Ego, Captain Comatose, Cobra Killer, Fixmer/McCarthy, Lotterboys, Tarwater, T.Raumschmiere, Rechenzentrum, Xlover


Regie, Kamera:  Romuald Karmakar
Produzent: Jardel Eshagi
Schnitt: Robert Thomann, Uwe Klimmeck, Patricia Rommel
Produktion: Pantera Film GmbH
Bild/Ton: Video, Farbe, Stereo

WP: Locarno Int. Film Festival, Video Competition, 2005
DP: Duisburger Filmwoche, 2005

arte-Dokumentarfilmpreis 2005
"Mention Speciale", Locarno Int. Film Festival 2005

Im Verleih der Pantera Film GmbH


SYNOPSIS – I / E

Live acts of bands from the international electronic music scene. In plansequences the film shows – without interviews or commentary – diverse strategies of presentation of computerbased music in the season 2004/05. An ethnographic view of European subculture that evolved into a global subsystem.


SYNOPSIS – II / E

BETWEEN THE DEVIL AND THE WIDE BLUE SEA, an excursion into European electronic music that, in its formal approach and use of tribal rhythms leads the viewer to acknowledge the importance of sound in film, and thereby inverts the usual relationship of sound to image. Romuald Karmakar films groups such as Fixmer/McCarthy, Cobra Killer and Xlover and Alter Ego, whose hit single Rocker was filmed in Ibiza’s Amnesia with the tranced out audience in the foreground. Each of these bands, in its own way, reappropriates musical performance in this documentary that eschews both commentary and interviews, filmed in sequence shots, which allows the viewer to follow the structure of a song as well as the performance itself. BETWEEN THE DEVIL AND THE WIDE BLUE SEA is an extraordinary exploration of an underground milieu that has gradually turned into a worldwide culture.

– Catalogue, Locarno Filmfestival 2005


SYNOPSIS – III / E

This has nothing to do with Harold Arlen's gentle song - everything here is tribal rhythms, industrial music, noise and fury. Selected at the festivals of Locarno, Mar del Plata and Viennale, Romuald Karmakar's new documentary introduces us to the core of the electronic scene, showing us how a live performance is an experience full of vitality. Filming concerts and performances by the bands Alter Ego, Captain Comatose, Cobra Killer, Fixmer/McCarthy, Lettwerboys, Tarwater, T. Raumschmiere, Rechenzentrum and Xlover in sequence shots, Romuald Karmakar's camera explores the relationship between the audience and musicians in an electrifying hour and a half.

– Catalogue, Sónar 2006


DIRECTOR'S COMMENT / D

Gemessen an der Bedeutung, die die elektronische Musik seit vielen Jahren in Deutschland hat, sind filmische Annäherungen an dieses Thema so spärlich, dass sich in zwanzig, dreißig Jahren keine Retrospektive mit deutschen Filmen zu diesem Phänomen unserer Jugend- und Gegenwartskultur zusammenstellen ließe.

Unsere visuelle Musikbibliothek wird prinzipiell von der Ästhetik des Fernsehens bestimmt. Livekonzerte werden wie Musikvideos geschnitten, Musiksendungen sehen aus wie Videoclips und Musikvideos, die ohne das Fernsehen nicht existieren würden, folgen dem Schnittrhythmus von Livekonzerten. Hinter dieser Formstarre ist die Musik austauschbar, das Spezifische des Werkes nicht mehr zu erkennen und der Musiker verschwindet hinter seinem eigenen Produkt.

Wie also, kann man Musik filmen, damit die Musik und ihre Künstler wieder in den Vordergrund treten. Gibt es Bilder, die hinter dem Image des Künstlers und seiner Musik liegen? Kann man vielleicht schon mit einer einzigen Kamera Liveauftritte von Musikern an Spielorten der Subkultur so filmen, dass einem die Strategie ihrer Präsentation klar wird? Sind Einstellungen, die so lange wie die Musiktitel selbst sind, nicht geeigneter, dem Zuschauer im Kino zu zeigen, wo wir eigentlich leben?

Selbst wenn er sich dafür entscheidet, es gar nicht wissen zu wollen, ist dieser Film ein Versuch, die visuelle Bibliothek zu öffnen.

– Romuald Karmakar, 2005


BEGRÜNDUNG DER JURY ZUR VERLEIHUNG DES ARTE-DOKUMENTARFILMPREISES 2005

„In ‚Between the Devil and the Wide Blue Sea’ beobachtet Romuald Karmakar mehrere Bühnenauftritte von Bands und DJs aus der elektronischen Musikszene, einem sonst im Dokumentarfilm vernachlässigten Bereich der Gegenwartskultur. Die konzeptuelle Strenge des Films – radikale Plansequenzen, ungeschnittene Einstellungen mit nur einer Kamera – setzt sich in Opposition zur üblichen visuellen Repräsentation von Musik in MTV-Clips, Konzertmitschnitten oder Bandporträts. Die offenkundige Faszination am Gegenstand selbst äußert sich in einer überbordenden Energie, die via Bild und Ton direkt den Körper der Zuschauer erreicht. Man glaubt sich im Club. Interessanterweise sitzt man im Kino. Die subtile Dramaturgie des rohen, kaum bearbeiteten Materials erlaubt es, sich mitten im Geschehen wieder zu finden und es zugleich von außen zu beobachten. Auf diese Weise eröffnet Karmakar in unerhörter Geistesgegenwart neue Räume für das Wahrnehmen von Musik im Kino und für bislang wenig genutzte Möglichkeiten des Dokumentarfilms.“

– 5. November 2005, die Jury: Didi Danquart, Birgit Kohler, Brigitte Werneburg





VARIA


REVIEWS


RELATED FILMS